Entscheidungen
Posted in Allgemein on Juli 2nd, 2010 by Gheed – Be the first to commentBei manchen Entscheidungen kann man sich so viel Rat holen wie man will, es bringt einen nicht weiter. So erging es mir bei meiner Studienwahl. Über die Frage was ich nun Studieren soll, habe ich schon letztes Jahr im September geschrieben, seitdem hatte sichnichtviel getan. Der Bewerbungsschluss rückte näher, auf einmal waren nur noch drei Wochen Zeit für die Bewerbungen. Nun habe ich eine Entscheidung treffen müssen.
Zwei Wegen standen noch zur Auswahl: Entweder auf meine Ausbildung aufbauen und in Richtung IT weitermachen oder nochmal von vorne beginnen undden Weg der Gesellschaftswissenschaften einschlagen. Die (relativ) sichere Perspektive auf einen guten Job und ein vernünftiges Einkommen oder die Unsicherheit eines Bildungsstudiums ohne konkreten Berufsabschluss. Soll man der Vernunft folgen oder der Leidenschaft?
Es gibt gute Gründe für beides, aber letztendlich hat ein Arbeitskollege den entscheidenden Satz gebracht: “Du bist nur einmal jung und kannst deine Träume ausleben ohne viel zu riskieren. Arbeiten wirst du noch 40 Jahre müssen”. Was hab ich davon wenn ich das Geld aber wenig Freude habe. Ich möchte nicht jetzt schon neun Stunden arbeiten, nach Hause kommen, vorm Fernseher sitzen und sagen: “Soll das jetzt mein Leben sein?”. Vielleicht ist es naiv, aber ich möchte einen Beruf ausüben, bei dem ich das Gefühl habe etwas Sinnvolles zu tun, der mir Spaß macht, der mehr als Arbeit ist und den ich als Teil meines Lebens betrachten kann. Ich möchte einmal gerne auch zehn Stunden am Tag arbeiten gehen. Naja, wahrscheinlich bin ich wirklich naiv.
Aber egal, nun steht es fest, ich mache Gesellschaftswissenschaften. Nach Lektüre der Studienpläne, Modulverzeichnisse und Hochschulbeschreibungen habe ich mich für Staatswissenschaften, Fachrichtung Sozialwissenschaften, an der Universität Erfurt entschieden. Kennt ihr nicht? Naja bei nur 5000 Studenten jetzt nicht die bekannteste Universität, aber dafür eine mit vielen Vorteilen gegenüber den anonymen Massenuniversitäten wie Frankfurt, Darmstadt oder Gießen. In Erfurt kann es schon mal vorkommen, dass der Professor einen beim Namen kennt. Die große Anzahl Lehrender schafft ein gutes Betreuungsverhältnis zu den Studierenden und ein Mentor steht einem das ganze Studium über mit Rat und Tat zur Seite. Das Leben in der Stadt selbst ist sehr günstig im Verhältnis zu dem, was ich in Rhein-Main gewohnt bin. Die Bibliothek ist gut ausgestattet und da es eine Campus-Uni ist, hat man es nie weit bis zur nächsten Veranstaltung.
Nicht zuletzt haben aber natürlichdie Studieninhalte denAusschlaggegeben. Im Fach Staatswissenschaften bekommt man in den ersten beiden Semestern (Orientierungsphase) Grundlagen in allen Staatswissenschaften Jura, VWL und Sozialwissenschaften vermittelt. Ab dem 3. Semester beginnt die Qualifizierungsphase, während der man sich auf einen Teilbereich spezialisiert. Im Nebenfach kann man eine weitere Staatswissenschaft oder ein anderes Fach aus dem Angebot wählen. Meine erste Wahl für das Nebenfach ist Kommunikationswissenschaft. Dort geht um Medien, in Erfurt vor allem um Themen rund um das Internet. Also genau das richtige für mich.
Natürlich kommt oft die Frage: “Und was machste danach mit so nem Studium?”. Tja, keine Ahnung. vielleichtJournalistoder Lobbyist oder Fachverkäufer bei Mediamarkt. Mal schauen. Im Moment fühlt es sich nach der richtigen Entscheidungan.