Digital Natives – Eine Generation von Computerfreaks?

Seit einiger Zeit bemerke ich immer häufiger Begriffe wie “Digital Natives”, “Generation C64″ oder der Marketingbegriff  von Vodafone, die “Generation Upload”. Der Begriff “Generation C64″ wurde durch den Spiegel-Artikel von Christian Stöcker geprägt und beschreibt damit die Generation der heute 15-35 jährigen die mit Computern und später mit dem Internet aufgewachsen sind. “Digital Natives” stammt aus verschiedenen Artikeln von Marc Prensky (genaueres bei Wikipedia) aus dem Jahr 2001. Nach Prensky wachsen die Kinder heute mit digitalen Medien auf und werden dadurch komplett anders sozialisiert. Sie würden Informationen anders verarbeiten, wären multitaskingfähiger und funktionierten am besten, wenn sie vernetzt sind.

Nun stellt Jörg Wittkewitz mit seinem Artikel “Digital Natives – Gibt es überhaupt eine Generation Internet?” die berechtigte Frage danach, wer diese Generation überhaupt sein soll und ob man so pauschal von einer ganzen Generation sprechen kann. Seine Behauptung lautet:

Digital Natives sind jetzt genauso normal wie Punks in den 80ern – Das Individuum macht den Unterschied

Sprich: Es gibt Menschen die im Netz aufgewachsen sind und rundum digital leben, aber sie sind eine Randgruppe.

Meiner Ansicht nach kann man mittlerweile durchaus von einer digitalen Generation sprechen. Allerdings würde ich der Begriffsdefinition von Prensky widersprechen. Die heutige Jugend wächst zwar wie selbstverständlich mit digitalen Medien wie Internet, MP3′s und Computerspielen auf, doch hat das wirklich einen so gravierenden Einfluss auf eine ganze Generation?

So können die meisten zwar im Internet surfen, Emails schreiben oder benutzen Instant Messenger, aber sind sie dadurch wirklich so viel anders als unsere Eltern mit Briefen und Telefon? Ich finde man kann nicht pauschal sagen, dass eine ganze Generation perfekt mit den neuen Medien umgehen kann. Menschen sind zu unterschiedlich um einer ganze Generation gewisse Fähigkeiten zu unterstellen. So kenne ich in meinem Bekanntenkreis kaum jemanden, der sich mit Blogs, Twitter oder ähnlichem beschäftigt. Ich kenne auch keinen, der bei Wikipedia mitarbeitet, mich selbst eingeschlossen. Einige sind natürlich in Foren unterwegs und fast alle auf Social Network Plattforem unterwegs, aber was tun sie dort? Sie kommunizieren mit anderen, tauschen sich aus, erzählen sich Klatsch und Tratsch, dank StudiVZ und Facebook haben wir ja auch immer die neusten Partypeinlichkeiten im Netz. Ist das jetzt ein Fortschritt?

Wir wachsen in einer anderen Welt auf als unsere Eltern, klar. Und in unserer Generation ist das Verständnis für das Internet und seine Möglichkeiten weiter verbreitet, aber ich bezweifle, dass sich dadurch unsere Denkmuster und Art Informationen zu verarbeiten so extrem ändert. Wir nutzen die Möglichkeiten vielfach, können effizienter arbeiten, Gruppen bilden (siehe Piratenpartei) oder uns austauschen, aber das Mediennutzungsverhalten hat sich bei vielen nicht geändert. Sie nutzen das Netz wie einen Fernseher: Browser an und konsumieren.

Nur weil wir jetzt mit dem Internet und seinen Möglichkeiten aufwachsen, heißt das nicht, dass alle es in gleicher Art und Weise nutzen und verstehen. Jörg Wittkewitz hat das richtig erkannt: Der Mensch ist ein Individuum. So können wir Nerds weiterhin stolz darauf sein, dass wir die wahren Versteher dieser schönen neuen Welt sind ;)

  1. [...] Digital Natives – Eine Generation von Computerfreaks? GHEED – PeopleRank: 1 – 08.10.2009 …Christian Stöcker geprägt und beschreibt damit die Generation der heute 15-35 jährigen die mit Computern und später mit dem Internet aufgewachsen sind. “Digital Natives” stammt aus verschiedenen Artikeln von Marc Prensky (genaueres bei Wikipedia)… Namen genannt : Jörg Wittkewitz  + voten [...]

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