Google: Böser Monopolist oder einfach nur besser als die anderen?

Die letzten Tage geht es wieder rund in den Online-Medien, das Thema ist natürlich Google. Allen voran die Zeitungsverleger prügeln auf den Konzern ein, dass er ihre Inhalte “stehlen” würde um damit Geld zu verdienen. Gemeint ist damit Google News, wo man kurze Anreißertexte zu den aktuellen Meldungen des Tages bekommt. Interessante Artikel zu der Thematik gibt es bei der Süddeutschen Zeitung und der ZEIT – Online.

Bei der Diskussion um Google News bietet sich für mich der Vergleich zum normalen Zeitungskiosk an. In der Auslage sieht man die Zeitungen und Magazine und sucht sich das aus, wo einen die Titelseite oder das Inhaltsverzeichnis am ehesten anspricht. Jetzt geht der Kioskbesitzer aber davon aus, dass man meist nicht nur die Zeitung, sondern vielleicht auch noch ein Päckchen Zigaretten oder ein paar Schokoriegel mitnimmt und sogar noch einen Lottoschein kauft. Nach der Logik der Zeitungsverleger sollte jetzt also der Kioskbesitzer noch einen Anteil seiner Einnahmen aus dem Verkauf seines gesamten Sortiments an die Verlage abgeben, da ihr Qualitätsjournalismus dem Kioskbesitzer erst die Kunden zugeführt hat. Klingt bescheuert, oder? Google aber soll das nun tun und einen Teil seiner Werbeeinnahmen abgeben.

Nun muss man natürlich sagen, dass Google auf dem deutschen Markt unangefochten an der Spitze liegt und es sich kein Verlag leisten könnte seine Inhalte nicht von Google indizieren zu lassen. Denn von der größten Suchmaschine nicht gefunden zu werden bedeutet den Tod für jedes Online-Magazin. Doch handelt es sich dabei effektiv um Diebstahl von geistigem Eigentum wenn man kurze Zitate aus Nachrichtenartikeln dazu nutzt um Menschen auf sie aufmerksam zu machen und dabei Geld verdient indem man Werbung einblendet (was bei Google News ja nichtmal der Fall ist)?

Wo man sich jetzt aber Fragen muss ist, wie viel Einfluss haben die Medienhäuser auf unsere Politiker? Die Politprominenz, vor allem von CDU/CSU und FDP, kündigt an man wolle bei Google mal ein wenig genauer hinsehen und auch das ominöse Leistungsschutzrecht wird von breiter Seite befürwortet. Interessant ist hierzu der Artikel von Wolfgang Michal: Brauchen wir eine Lex Google?, der eben diese Verflechtung zwischen Interessen der Medien und der Politik behandelt.

Empfehlenswert ist auch der Artikel von Thomas Knüwer in seinem Blog Indiskretion Ehrensache. Er betrachtet die Sache eher neutral und beschreibt die möglichen Optionen beider Seiten in der Diskussion.

Meine Sicht dazu ist klar: Google  hat die Welt des Internets verstanden und mitgestaltet, die Verlage haben das nachsehen. Ihnen fehlt ein Geschäftskonzept, das in der Online-Welt funktioniert. Doch ist es mit Sicherheit nicht die Aufgabe unserer Regierung in diesen Selektionsprozess einzugreifen.

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